Radix - Wurzeln im Exil
Ein Sprung ins Ungewisse – für viele Menschen bedeutet Exil genau das. Mit den aktuellen ökologischen und sozialen Problemen scheint die ganze Welt an der Schwelle zur Ungewissheit zu stehen. Es ist an der Zeit, so Patricia Kopatchinskaja, sich zu besinnen. Auf die Natur, so wie das AndrzejPanufnikmit Arbor Cosmica macht. Panufniks Hommage an die magische Kraft der Bäume, begleitet von Fotografien von Marco Borggreve, zieht sich als roter Faden durch das Programm dieses Projektes.
Des Weiteren darin zu hören: Patricia Kopatchinskaja als Komponistin, Musik exilierter Komponisten wie Alfred Schnittkes tief berührende Sonate für Violoncello und Klavier oder ein melancholisch versonnenes Tongedicht des in die USA emigrierten belgischen Komponisten EugèneYsaÿe, das dieser ohne Umschweife Exil! taufte. Dazu pfeift der Kuckuck durch ein moldawisches Volkslied Cucuşor cu pană sură. Und Georg Philipp Telemannlässt in seinem Violinkonzert Die Relinge die Frösche singen. Die Welt ist also noch nicht untergegangen.
Fotos: Marco Borggreve