CAPLET André (1878-1925): "Le masque de la mort rouge", conte fantastique für Harfe und Streichquartett nach Edgar Allan Poe "The Mask of the Red Death" (1919)
Dieses Stück ist Programmmusik. Vorlage ist eine Horrorstory des amerikanischen Schriftstellers Edgar Allan Poe (1809-1849), deren Inhalt man etwa so zusammenfassen kann:
Angst geht um im Land, denn es wird von der Seuche des Roten Todes überzogen, der sich an seine Opfer anschleicht und sie überfällt. Der junge Prinz verbarrikadiert sich mit seinen Kumpanen in der befestigten Abtei derart, dass keiner hinein- oder hinauskommen kann. In Luxus und Prasserei feiern sie dort ihre Feste. Heute ist Maskenball, undenkbare Pracht, erlesen dekorierte Räume, Tanz zu exquisiter Musik. Aber immer wenn die alte Standuhr die volle Stunde schlägt, erstirbt Musik und Gelächter, die Tänzer erstarren... Kaum ist der letzte Stundenschlag verstummt ergreift die Gäste wieder eine ungemütliche Heiterkeit, das Fest gewinnt Fahrt, zunächst noch etwas gebremst und gestört durch die Erinnerung an den Stundenschlag, dann wird die Musik immer wilder, die Paare wirbeln wieder fiebrig über die Tanzfläche. Plötzlich gebietet eine heftige Bewegung des Prinzen den Musikern Einhalt: Dort im Schatten der alten Standuhr, die jetzt Mitternacht schlägt steht unbewegt eine Maske, eingehüllt in ein Leichentuch. Zwar will sich der Prinz den geschmacklosen Scherz verbitten, aber Panik ergreift alle Anwesenden: Denn das ist ja der rote Tod persönlich, der gekommen ist, wie der Dieb in der Nacht. Das teuflische Grinsen seiner Maske zeigt die böse und gnadenlose Lust, alles der Vernichtung anheimzugeben. Und in den Festsälen des Lasters stürzen und verenden unter Krämpfen die Gäste, einer nach dem anderen, ertränkt in einem blutigen Strom...